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Artikel: Asymptomatische Bandscheibenschäden in BWS und HWS

 

In einer Studie erschienen in der Zeitschrift Spine 2010;35(14) wird über die Häufigkeit von Bandscheibenschäden in HWS und BWS bei asymptomatischen Probanden

berichtet.  Die Bandscheibenpathologie wurde durch MR Untersuchungen spezifiziert. Unterschieden wurden

1. Die dehydrierte in T2 Sequenzen dunkle Bandscheibe    A

2. Die posteriore Protrusion   B

3. Die Duralsackkompression   C

4. Die höhenreduzierte Bandscheibe   D

94 Probanden im Alter von durchschnittlich 48 Jahren nahmen an der Studie teil. Bei 46,8 % fand sich mindestens ein auffälliger MR Befund in der BWS. Die Prozentzahlen für das Vorkommen der einzelnen Pathologien der BWS sind für: A 37,2%  B 30,9%  C 29,8%  D 4,3%.

An der HWS fand sich bei 90,4% ein auffälliger MR Befund.

Risikofaktoren waren das Probandenalter und das Rauchen.

Kommentar des Autors: Auch in dieser Studie zeigt sich der hohe Anteil von pathologischen MR Befunden beim asymptomatischen Patienten. Es gilt auch hier wie schon für die LWS: Die Diagnose einer symptomatische Bandscheibe ist mit einer großen Treffsicherheit durch die Klink zu stellen. Ein MR ist dann höchstens, wenn überhaupt noch sinnvoll, zur Diagnosesicherung nötig. Die Klinik ist entscheidend. Akute Bandscheibenvorfälle der HWS zeigen immer eine erhebliche punktuelle Schmerzsymptomatik  am Schulterblatt. Eine Schmerzstärke von VAS 8-10/10 ist eher die Regel.  Armschmerzen treten oftmals erst verzögert ein. Diese sind dann typisch radikulär.

Ein Vorfall der BWS zeigt einen erheblichen lokalen BWS Schmerz, der teils in die Costotransversalgelenke ausstrahlt. Auf Zeichen einer Schädigung der langen Bahnen sollte geachtet werden.

Geschrieben am 06.10.2010 von Dr. Uwe Diedrich in der Kategorie "Allgemein".